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chronik [Anfang 2002 - Die Gründung]
[Wem gehört die Stadt?]
[Info Offspring]
[DresdenPostplatz]
[DRESDEN.UMSONST]
[Wild Capital]
[Die Sicherheitsgesellschaft]
[Video[N]o]

Graffiti vs. Haus und Grund – die Gründung

Anfang 2002

Die Initiative gegen Videoüberwachung wird im Frühjahr 2002 ins Leben gerufen. Anlass sind die Pläne des damaligen sächsischen Innenministers Hardraths und der Immobilienbesitzervereinigung Haus & Grund, die 2 Straßen in Dresdens innenstadtnahem Gründerzeitviertel Äußere Neustadt mittels Videokameras überwachen zu lassen. Mit dieser Maßnahme sollten Graffiti-»Schmierereien« an den sanierten Häusern effektiv bekämpft werden. Mit einer Plakat -kampagne unter dem Slogan Wer nichts zu verbergen hat, hat alles zu befürchten… versuchten wir die Videoüberwachung als einen weiteren und zum Teil bereits privat umgesetzten Schritt im Gentrifizierungsprozess der Neustadt zu problematisieren.

“Wem gehört die Stadt?” - Veranstaltungsreihe

Juni 2002

Im Juni/Juli 2002 findet eine durch spot_off initiierte Veranstaltungsreihe Wem gehört die Stadt? Zur Kontrolle im öffentlichen Raum mit dem Stadtsoziologen und Publizisten Klaus Ronneberger, dem Sozialwissenschaftler Hubert Beste und dem Professor für Strafrecht und Kriminologie Roland Hefendehl statt. In den Fokus genommen werden Sicherheits- und Kontrollstrategien und die damit einhergehenden Veränderungen im urbanen Raum, die Entwicklung der Städte zu Unternehmen, die sich im Standortwettbewerb behaupten müssen, die Verlagerung der sozialen Frage von der Ausbeutung zur Ausgrenzung etc.

Info Offspring

Mai 2002

Parallel zu und aufgrund unseres Engagements entsteht der Kontakt zu Eva Hertzsch und Adam Page, die den mobilen Ausstellungskiosk Info Offspring konzipiert haben, sowie zu Christiane Mennicke, die die Veranstaltungen und Ausstellungen des INFO OFFSPRING featuring … CITY-INFO-BOOGIE-WOOGIE von Mai bis Oktober 2002 kuratiert.

Der Info Offspring Kiosk war seit seiner Entstehung anlässlich der Ausstellung City-Index vor fünf Jahren an verschiedenen Standorten in Dresden zu sehen. Als mobiler Container bezieht er sich auf die Tatsache, dass im Zuge innerstädtischer Säuberungen die Kioskkultur immer mehr verdrängt wird. Er versteht sich als Plattform für Kunst, Stadtraum, Kommerz und Architektur und zur Auseinandersetzung mit städtischen Räumen, Urbanität, Kunst und Interventionen im öffentlichen Raum.

Zum Stadtteilfest Bunte Republik Neustadt (BRN) veranstaltet spot_off gemeinsam mit Info Offspring ein videoscreening mit Kurzfilmen und Clips zum öffentlichen Raum und zu Videoüberwachung.

DresdenPostplatz

August/September 2002

Im Spätsommer 2002 entsteht die Idee, gemeinsam mit anderen künstlerischen und politischen ProtagonistInnen ein Disziplin übergreifendes Veranstaltungsprogramm zur Auseinandersetzung um die Veränderungen städtischer Räume zu konzipieren. Kulturelle und politische Arbeit verschiedener Ausdrucksformen – Kunst, Radio, urbanistische Theorie und Praxis soll für den Zeitraum von Mai bis Oktober 2003 an einem Ort – DRESDENPostplatz zusammengeführt werden, um Fragen nach der Zukunft der Stadt zu diskutieren.

DRESDEN.UMSONST

2003

Die Veränderungen im öffentlichen Raum bzw. im städtischen Raum im Kontext der allgemeinen gesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklungen der letzten Jahre zu thematisieren ist Ziel des Workshops reclaim the public space. Die Stadt uns allen im Rahmen von DRESDENPostplatz. Das Ziel ist es politische und künstlerische Aktions- und Interventionsmöglichkeiten zu entwickeln.

Die Diskussionen über sozioökonomische Ausschlüsse werden außerhalb des Workshops fortgesetzt. Im Spätsommer wird an einer theoretischen und praktischen Konzeption gearbeitet. Die Kampagne DRESDEN.UMSONST entsteht. Im Vordergrund steht die temporäre Aneignung von Räumen oder Leistungen, Aus denen oder von denen immer mehr Menschen ausgegrenzt werden, wobei sich DRESDEN.UMSONST kreativer und künstlerischer Ausdrucksformen bedienen will. DRESDEN.UMSONST ist als Absage an die Sparzwanglogik gemeint, forciert die Artikulation der eigenen Bedürfnisse und fordert: Her mit dem schönen Leben! Mit der Intervention »Heute FREIbaden« tritt die Kampagne das erste Mal in Aktion. Kostenlose kollektive Straßenbahnfahrten und Theaterbesuche folgten.

Wild Capital

August 2005

Im Rahmen des Workshops Wild Capital - Reflexionen zur postsozialistischen Stadt leistet spot_off mit der Revue Urban space in Dresden – conserved or gentrified? einen Beitrag.

Die Sicherheitsgesellschaft - Buchvorstellung

19.03.2007

Aufgrund der neuerlichen Bemühungen verschiedener InteressensvertreterInnen in der Dresdner Neustadt Videokameras zu installieren, organisieren wir einen Diskussionsabend mit den Autoren Peer Stolle und Tobias Singelnstein zu ihrem kurz zuvor erschienen Buch Die Sicherheitsgesellschaft. Soziale Kontrolle im 21. Jahrhundert.

Eine stark gekürzte Version des Buches wurde in der Jungle World Ausgabe 09/2007 abgedruckt.

Bündnis Vide[N]o

Anfang 2007

Seit Anfang des Jahres engagieren wir uns innerhalb der Kampagne Vide[N]o um die derzeitigen, erneuten Bestrebungen der Installation staatlicher Kameras zu verhindern.

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