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Im Folgenden dokumentieren wir auf unserer Website Texte und Berichte der Kampagne DRESDEN.UMSONST, die mit ungewohnten künstlerischen und politischen Mitteln auf die umfangreichen Kürzungen im Kultur- und Sozialbereich aufmerksam machen will. DRESDEN UMSoNST !
Im Sommer täglich ins Freibad? Niemals den neusten Film im Kino verpassen? Mit den Kindern ins TJG? Sonntags immer mal wieder ins Museum? Mit Bus und Bahn zur Arbeit oder zur Schule? Einen sicheren Kita-Platz für alle? Geht auch alles, kostet bloß was. So viel, dass viele es sich nicht mehr leisten können. Und damit kostet es zuviel, für zu viele. Wieso sich nicht amüsieren können, wenn man es will? Wieso marode Schulen mit zu großen Klassen? Wieso nicht einkaufen können, wo man will und was man will?* Geht alles gerade nicht, das gute Leben soll erst später kommen. Wir wollen aber nicht mehr warten: warten darauf, dass der Aufschwung kommt oder die Autobahn oder dass der Wiener Platz bald fertig ist. Für uns gehört mehr zum Leben als ein Dach über dem Kopf und täglich was zu essen (obwohl viele das noch nicht mal haben). Und im Herbst können wir uns während der Haushaltsdebatte anhören, was wieder teurer wird oder ganz wegfällt. Was aber, wenn das schöne Leben gar nicht mehr kommt? Wenn wir umsonst verzichtet haben: auf Ansprüche, die uns zustehen, auf Bedürfnisse, für die wir uns nicht schämen müssen? Oder für wen ist eine Stadt da, wenn nicht für diejenigen, die dort wohnen? DRESDEN.UMSONST macht keine Vorschläge, wo gespart werden kann und wo nicht. DRESDEN.UMSONST widersetzt sich dem Ausspielen von sozialen gegen kulturelle Einrichtungen, von Obdachlosen gegen Flüchtlinge. Für uns gibt es keine Unterscheidung zwischen erwerbstätig oder erwerbslos, mit deutschem Pass oder ohne, Frau oder Mann, alt oder jung: DRESDEN.UMSONST will aufzeigen, dass bestimmte menschliche Bedürfnisse zum Leben dazugehören und daher für jede/n erfüllbar sein müssen. Ein Entweder – Oder gibt es für uns nicht. Wieso sollten Dinge nicht anders möglich sein als sie jetzt sind? WIR SeHEN UNSIn den nächsten Wochen werden an verschiedenen Stellen der Stadt Aktionen stattfinden; symbolische Aneignungen, die deutlich machen, dass wir nicht mehr warten wollen. Sie sollen aber auch aufzeigen, dass es Zeit ist, sich zu bewegen. DRESDEN.UMSONST enthält auch die Aufforderung an alle, sich zu beteiligen, selber aktiv zu werden. Wir sehen uns. Mit unseren Aktionen wollen wir eine Gegenposition aufmachen zu einer Sicht, die die Stadt hauptsächlich als Unternehmer und Wirtschaftsförderer wahrnimmt, die in Konkurrenz zu anderen Städten steht und sämtliche Angebote auch im kulturellen und sozialen Bereich einer kühlen Kosten-Nutzen-Analyse unterwirft. Wir wollen verhindern, dass im Rahmen der alljährlichen Haushaltskürzungen die Betroffenen gegeneinander ausgespielt werden und setzen uns stattdessen für einen solidarischen Umgang miteinander ein. Die ständige Wiederholung des falschen Sachzwangarguments („Die Kassen sind leer“) schreckt uns nicht ab, wieder soziale und kulturelle Bedürfnisse zu artikulieren, die zum Leben dazugehören und deshalb nicht zur Disposition gestellt werden können. Auch wenn wir soziales und kulturelles Eigenengagement für richtig und wichtig halten, kann dieses nicht als Ersatz für kommunale Leistungen fungieren oder sogar als Argument für städtische Kürzungen missbraucht werden. Unsere Aktionen werden vielfältig, bunt und überraschend sein. KOnTAKTemail: dresden.umsonst@gmx.net |
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I N H A L T S V E R Z E I C H N I sAKTION FREIBADenAm 14. September sind wir ins Arnhold-Bad
gegangen. Zum Schwimmen. Ohne zu bezahlen. Und das aus gutem Grund. Ottendorf-Okrilla
ist überfüllt. Pratzschwitz ebenso. Das Schwimmbad in Cotta
geschlossen, das Freibad in Klotzsche ab Herbst zu. Freiberger Straße
hat nur begrenzte Öffnungszeiten. Und fürs Arnhold-Bad sollen
wir für 2 Stunden 2,40 – 4,50 € bezahlen. Für 4 Stunden
3,50 – 7 €. Nicht mit uns. Flugblatt - freibad.pdf Pressemitteilung Fotos
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Mit Kanonen auf Spatzen Dresdner Staatsschutz ermittelt gegen DRESDEN.UMSONST Seit einigen Monaten ermittelt der Dresdner Staatsschutz
wegen schweren Hausfriedensbruchs gegen die Kampagne DRESDEN.UMSONST,
die sich mit künstlerischen Ausdrucks- und Interventionsformen gegen
räumliche und soziale Ausgrenzung wendet. Diese Form des politischen Protestes soll jetzt kriminalisiert werden. Nach der 15 minütigen Aktion “Heute FREIbaden” wurden vier Personen von Polizeibeamten festgehalten, ihre Personalien aufgenommen und Fotomaterial beschlagnahmt. Was sich anfangs als polizeiliches Routinehandeln ausnahm, stellte sich im Nachhinein als Ermittlungsmaßnahme der Abteilung des Staatsschutzes der Dresdner Polizei dar. Und die wollen es ganz genau wissen. Mittlerweile wird nicht nur gegen die vier Festgenommenen wegen schweren Hausfriedensbruchs ein Verfahren geführt, sondern auch gegen MitarbeiterInnen und KünstlerInnen des Kunstprojektes DRESDENPostplatz. Ende des Jahres schickte der Staatsschutz an alle Beschuldigten eine Vorladung zur Vernehmung heraus, in der auch eine erkennungsdienstliche Behandlung angedroht wurde, die das Anfertigen von Portraitfotos und die Abnahme von Fingerabdrücken beinhaltet. Die Ermittlungsmaßnahmen des Staatsschutzes machen aber nicht bei den Beschuldigten halt, sondern erstrecken sich auf alle und alles, was sie mit DRESDEN.UMSONST in Verbindung bringen. So wurde die Kuratorin des Kunstprojektes DRESDENPostplatz, die aus dem Schwimmbad als Journalistin berichtete, von Beamten des Staatsschutzes über drei Stunden lang verhört. Ebenso wurden an den Redakteur der Radiosendung, der über die Aktion berichtete, und den Lizenznehmer des Veranstaltungs- und Kunstsenders Zeugenvorladungen verschickt. Sogar per Telefon wird damit gedroht, die Beschuldigten zuhause aufzusuchen, um sie zwangsweise für eine erkennungsdienstliche Behandlung vorzuführen. Wir müssen zugeben, dass wir über den Umfang der staatlichen Repression überrascht sind. Was sich anfangs lediglich als eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für tätigkeitslose StaatsschützerInnen darstellte, entpuppt sich als gezielte Kriminalisierung sozialen Protestes. Sie meinen es wirklich ernst. Das bedeutet aber auch, dass wir mit unseren Aktionen den Nagel auf den Kopf getroffen haben. Der Umfang des Abbaus sozialer und kultureller Leistungen und die damit verbundene Ausschließung von Teilen der Bevölkerung macht sich nicht nur an der Gesundheitsreform, den Hartz- und Rürup-Gesetzen deutlich, sondern auch an dem geplanten Sparhaushalt der Stadt Dresden. Proteste dagegen werden als so gefährlich angesehen, dass der STAATSSCHUTZ ermittelt. Dabei stellen symbolische Aneignungen und temporäre Besetzungen keinesfalls Interventionsformen dar, die ungewöhnlich oder kriminell sind, sondern gehören schon immer zum Repertoire politischen Protestes und künstlerischer Auseinandersetzung, wie die derzeitigen Aktionen der Studierenden in Hamburg, Berlin und Sachsen deutlich machen. Besondere Brisanz erfahren die Ermittlungen des Dresdner Staatsschutzes aber nicht nur dadurch, dass die Anfertigung von Lichtbildern und die Abnahme von Fingerabdrücken als geeignete und verhältnismäßige Maßnahmen wegen 15minütigen UMSONSTBadens angesehen werden, sondern dass auch versucht wird, Journalistinnen und Journalisten, die ihrer Berichtspflicht nachkommen, in die Nähe von Mitwissern zu drängen. Oder wurde schon mal der Sendeleiter des MDR von der Polizei vorgeladen, weil er von Besetzungsaktionen Leipziger Studierender berichtet hat? Damit wird deutlich, dass es nicht darum geht, Informationen für einen etwaigen Prozess zu sammeln, sondern Menschen mit eigenen Ideen und ihr soziales Umfeld auszuforschen. Wir sehen diese Ermittlungen des Dresdner Staatsschutzes nicht nur als Maßnahmen gegen DRESDEN.UMSONST, sondern gegen alle, die sich gegen den zunehmenden Sozialabbau gewehrt haben und auch weiterhin wehren wollen. Mit der Anfang des Jahres in Kraft getretenen AGENDA 2010 und den anstehenden Kürzungen im Kultur- und Sozialhaushalt der Stadt Dresden nehmen der Unmut und die Unzufriedenheit weiter zu. Welcher Ausdrucks- und Interventionsformen sich dabei bedient werden kann, ist noch offen. Wenn es dem Dresdner Staatsschutz gelingt, symbolische Aneignungen zu kriminalisieren, werden Formen zivilen Ungehorsams kaum noch möglich sein. Es geht also nicht nur um DRESDEN.UMSONST, sondern um die Zukunft des sozialen Protestes und Widerstandes und die möglichen Formen politischer Auseinandersetzung. Daher rufen wir alle auf, sich mit der Kampagne DRESDEN.UMSONST zu solidarisieren und sich gegen die Kriminalisierung durch den Dresdner Staatsschutz zu wenden.
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attac verurteilt Kriminalisierung von DRESDEN.UMSONST Wie unsicher ist das Fundament einer Gesellschaft, wenn
eine Handvoll Umsonst-Bader den Staatsschutz auf den Plan rufen? attac
Dresden protestiert aufs Schärfste gegen die Kriminalisierung der
Aktionen zivilen Ungehorsams von Dresden.Umsonst. Wenn die Träger
gesellschaftlicher Verantwortung, der Dresdner Stadtrat und die Sächsische
Landesregierung, nicht Willens und in der Lage sind, ihre Politik der
sozialen Einschnitte und des Abbaus von Dienstleistungen für die
Bürger argumentativ zu verteidigen und sich in sachlicher Auseinandersetzung
Kritik zu stellen verdeutlicht dies die Entfremdung der Politik von den
Bürgerinteressen und rüttelt an den Grundfesten unserer Gesellschaft.
Solidaritätsgruß der Studierendengruppe der GEWliebe dresden.umsonst-aktive, die studierendengruppe der gewerkschaft erziehung und wissenschaft (gew) in hamburg nimmt mit erschrecken zur kenntnis, wie künstlerisch vermittelte politische aktionen in der öffentlichkeit zur zielscheibe des lka werden. damit wird ein mit einer jeden demokratie eigentlich zu vereinbarender protestakt zu einem kriminellen. wir werden versuchen diesen skandal über die gewerkschaft mit zu politisieren. mit solidarischen grüssen für die gew-studierendengruppe, enno janssen! 21.01.04
Hamburg umsonst: Solidarität mit der Kampagne "Dresden umsonst!"Gegen die Kriminalisierung von sozialen Protest durch Staatsschutz und Polizei. Am 21.01.04 wurden drei Menschen, die mit der Kampagne
"Dresden umsonst" in Die Umsonst-Kampagnen versuchen mit ihren Aktionen, den
Widerstand gegen den Abbau von erkämpften sozialen Rechten und der
Ökonomisierung des Lebens zu artikulieren. Sie setzen dem das Recht
auf ein selbstbestimmtes den Bedürfnissen entsprechendes Leben entgegen.
Hierfür werden künstlerische und Die gezielte Kriminalisierung der Kampagne "Dresden
umsonst" stellt eine Diffamierung sozialen Protests dar und zeigt
gleichzeitig wie eng der Handlungsrahmen für politische Interventionen
geworden ist. Der Abbau sozialer Rechte geht einher mit einen Ausbau von
repressiven Maßnahmen gegen all jene, die sich nicht in die herrschende
Logik einfügen können oder wollen. Der Ideologie von individueller
Schuld und Bestrafung durch Repression setzen wir eine kollektive Praxis
entgegen, die sich die Räume zum Leben (wieder) aneignet Widerstand gegen die derzeit betriebene Politik von Ausgrenzung,
Vertreibung und den Abbau sozialer Rechte ist nicht kriminell! Hamburg, den 21.01.04
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